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Markttipp:
Am Ende bürgt der amerikanische Steuerzahlers
Mit einem geradezu genialen Streich hat der US-Finanzminister seinem Haushalt Milliarden von Dollar eingespart. Er hat die Garantie der US-Regierung für Verluste der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verlängert - auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler!
Ausgerechnet am Weihnachtsabend hat der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner ein Papier unterzeichnet, dass dem Staatshaushalt kurzfristig einige Milliarden Dollar schenkt. Denn Ende 2009 sollte die auf jeweils 200 Milliarden Dollar beschränkte Garantie der US-Regierung für Verluste der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac auslaufen. Jetzt läuft die Garantiefrist erst nach den nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 ab, wie die "Wirtschaftswoche" in einem entsprechenden Artikel berichtet. Die Idee dahinter ist, die Hypothekenzinsen unten zu halten. Geithner erklärte, dass er damit den hoch verschuldeten Hausbesitzern und Hauskäufern helfen will. Tatsächlich hilft er aber vor allen denen, die Bonds von Fannie Mae und Freddie Mac halten. Und das sind, neben privaten Investmentadressen wie die Allianz-Tochter Pimco, vor allem das US- Finanzministerium selbst und die Notenbank FED. Zuvor bestand für die Halter der Mortage-backed Securities (MBS), der Hypothekenkredite, die Gefahr, das die Verluste der Immobilienfinanzierer mit aller Wahrscheinlichkeit so ausgefallen wären, das ein Bankrott unvermeidbar gewesen wäre. Mit der Unterschrift ist jetzt eine unbeschränkte Haftung der Regierung gewährleistet, die die Papieren auf eine vergleichbare Bonitätsstufe stellen wie die eigenen Staatsanleihen. Jedenfalls solange die Zahlungsfähigkeit der USA gewährleistet ist, berichtet die "Wirtschaftswoche" weiter.
Die Bilanz der Fed, deren 1250 Milliarden Dollar schweres MBS-Programm Ende März offiziell ausläuft, wies zuletzt einen MBS-Bestand in Höhe von 968,75 Milliarden Dollar aus. Auf dem Papier im Kleingedruckten wird aufgeführt, wer für diese Papiere bürgt. Und das sind Fannie Mae und Freddie Mac. Allerdings nur auf dem Papier. In Wahrheit muss jetzt der amerikanische Steuerzahler für den MBS-Bestand der FED aufkommen. Um Erlaubnis für diesen Geniestreich musste Geithner beim Kongress übrigens nicht bitten. Schließlich hat er dieses Schulden-Verteilungsprogramm nicht neu eingeführt, sondern nur erneuert. Und somit können die Notenbank, das Finanzministerium und die Immobilienfinanzierer ihre toxischen Papiere auf dem Markt zu höheren Preisen verkaufen. An den tatsächlichen Verlusten und der steigenden Ausfallsraten der Hypothekenschuldner ändert das natürlich nichts, wie die "Wirtschaftswoche" zu gibt. Höchstens an der Verschuldung des Staats, der jetzt gezwungen ist neue Staatsanleihen auszugeben.
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