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Finanztipp:
Das geheime Treffen der Machtelite
Erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand das diesjährige Bilderberg-Treffen in Spanien statt. Führende Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär und Finanzen debattieren dabei über Maßnahmen, die weitgreifende, globale Veränderungen bedeuten können. Doch über was die Machtelite bei diesem "privaten" Treffen entscheidet, bleibt weiterhin eines der streng gehüteten Geheimnisse der Welt!
1954 berief Prinz Bernhard der Niederlande zum ersten Mal im "Hotel de Bilderberg" in Oosterbeek, Niederlande, zu diesem "informellen, privaten, möglichst weitgehend geheim gehaltenen Treffen" einflussreicher Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär und Adel ein. Ziel war es, eine wohl informierte, ausgeglichene Diskussion über die wichtigsten Geschehnisse und Ereignisse der Welt zu führen. Medien und Presse waren bei diesem Treffen nicht erlaubt. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Für gewöhnlich nehmen rund 130 Personen teil: Zwei Drittel stammen aus Westeuropa und ein Drittel aus Nordamerika. Weiter aufgeteilt kommen etwa ein Drittel der geladenen Teilnehmer aus Regierungen oder politischen Institutionen und zwei Drittel aus Finanzsektor, Industrie, Gewerkschaften, Hochschulen, Adel und Medien. Die Teilnehmer dieser Konferenz unterwerfen sich einer so genannten Schweigepflicht, die wenigen Informationen, die nach dem Treffen an die Öffentlichkeit gelangen dürfen, sind höchstens fragmentarischer Natur und werden genauestens festgelegt. Auch daran hat sich 2010 nach der Bilderberg-Konferenz im spanischen Sitges nichts geändert.
Exakt diese Vorgehensweise ruft jedoch jährlich unzählige Kritik ins Leben. Genauer betrachtet weist diese Konferenz "undemokratischer" Charakterzüge auf, die höchst ungewöhnlich sind. Denn wenn tatsächlich die Machtelite, vor allem demokratisch gewählte Vertreter der Politik, bei diesem Treffen die Weichen für weltpolitische und - finanzielle Entscheidungen stellt, so bleibt auf jeden Fall die Frage, warum diese nur hinter verschlossenen Türen und unter absoluter Geheimhaltung getroffen werden können. Journalisten, die es wagen inoffizielle Informationen über den Bilderberg-Club zu verbreiten, können angeblich mit Maßnahmen wie 32 Stunden Arrest rechnen.
Trotzdem scheint das Bilderberg-Treffen eine magische Anziehungskraft auf eben jene Führungskräfte auszuüben. Angela Merkel, Henry Kissinger, Helmut Kohl, Giovanni Agnelli (Fiat), David Rockefeller (Chase Manhattan Bank) oder Hubert Burda sind gerne der Einladung, die nur durch die Vorsitzenden und ehrenamtlichen Generalsekretäre ausgesprochen werden können, gefolgt. Dieses Jahr standen unter anderem Olaf Scholz (SPD), Josef Ackermann, Bill Gates, der griechischen Finanzminister George Papaconstantinou und der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero auf der Gästeliste.
Das diese Geheimhaltungstaktik der Teilnehmer für zahlreiche Verschwörungstheorien sorgt, ist nicht verwunderlich. Auch die ebenfalls "privaten" Treffen wie das Wirtschaftsforum in Davos oder die Münchner Sicherheitskonferenz können sich diesen Anschuldigungen nicht erwehren. Doch über die Bilderberg-Konferenz gibt es derartig viele Verschwörungstheorien und Mutmaßungen wie über keine andere der aufgezählten Konferenzen. Die Ölkrise von 1973, die Wiedervereinigung 1990 oder der Irak-Krieg 2003 - all diesen Ereignissen wird unterstellt, ihren Ursprung während der Bilderberg-Konferenz gehabt zu haben. Ganz zu schweigen von der Einführung des Euros!
"Die Römischen Verträge (…), die den gemeinsamen Markt hervorbrachten, wurden von Bilderberg wesentlich mitbestimmt.", wird zum Beispiel der ehemaligen US-amerikanischen Botschafter John McGhee aus seinen Memoiren auf dem Online Portal "jungewelt" in einem entsprechenden Bericht zitiert. Dort heißt es ebenfalls weiter: "Bekannt ist ferner, dass auch die Trilaterale Kommission, eine Denkfabrik, deren Aufgabe es ist, die Wirtschaftsräume der USA, der EU und Japans enger zusammenzuführen, aus einer Bilderberg-Idee hervorgegangen ist."
Die Bilderberg-Konferenz will sich als eine Ideenschmiede der wichtigsten und mächtigsten Personen verstehen. Ideen, die in einem späteren, demokratischen Verfahren durchgeführt werden sollen. Der Münsteraner Soziologieprofessor Hans Jürgen Krymanski wagt jedoch zu hinterfragen: "Sie (die teilnehmenden Politiker) sollten sich fragen, warum hat man gerade mich ausgewählt und eingeladen, wer sind eigentlich diejenigen, die solche Meetings organisieren, woher kommen die Themen und Tagesordnungen? Und vor allem: Wem dienen die diskutierten und angebotenen Lösungen?«
Informationen, was in der dreitägigen "privaten" Konferenz in Sitges tatsächlich heiß diskutiert wurde, sind bis heute nicht bekannt!
Patricia Kurz
Die obigen Einschätzungen wurden aus Daten erarbeitet, von deren Richtigkeit
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